Mein Bali, Indonesien

Nach gut 18 Stunden Flugzeit heißt es: „Bereit zum Landen!“, Bali ich komme. Erst einmal heißt es wohl eher Denpasar Airport, ich komme. Geld fürs Visum ist parat und auf langes Anstehen an der Passkontrolle bin ich vorbereitet durch meinen letzten Besuch. Dieses Mal hat diese Prozedur dann doch nur knappe drei Stunden gedauert.barefoot

Kaum gelandet und sofort bin ich d’rin im Balileben. Menschen, die zu 100% das Gegenteil von Stress verkörpern, obwohl alles um sie herum ein riesiges Gewusel ist: Die Menschenmenge, der Verkehr, die Gerüche, der Lärm.. Es ist alles so viel auf einmal, dass ich schnell begreife, wer jetzt hektisch wird, ist verloren. Ich lasse mich treiben.

Langeweile gibt es nicht
IMG_5453

Am ersten Tag bzw. in meiner ersten Woche versuche ich noch alles zu planen. Gehe surfen und habe ständig „Langeweile“. In der zweiten Woche fange ich an zu verstehen, dass es so etwas wie Langeweile hier nicht gibt. Bali gibt uns so viele Möglichkeiten. Fühle ich mich nach kultureller Weiterentwicklung, fahre ich einen der vielen Tempel anschauen oder mache einen Tagestrip nach Ubud, dem wohl hippsten Ort der Insel. Habe ich den Drang nach Bewegung, gehe ich surfen, laufen oder zum Bikram Yoga. Möchte ich einfach mal rein gar nichts tun, fahre ich an den Strand und lege mich auf den Boden und höre den Wellen beim Brechen zu. Möchte ich neue Orte erkunden, dem Massentourismus entfliehen oder partytechnische Eskalation erster Klasse erleben, fahre ich auf eine der Nebeninseln.

Die Möglichkeiten für jegliche Art von Lebensweise sind also gegeben. Was wir nun daraus machen, ist uns überlassen. Eines ist sicher, jeder wird sein eigenes Bali finden und lieben.

Es liegt an uns

Mein Bali zeichnet sich aus durch viele Gefühle. Es scheinen Kleinigkeiten zu sein und dennoch sind es diese Dinge, die mich immer wieder dazu bringen werden, dieses atemberaubende Land Indonesien zu besuchen oder es vielleicht eines Tages mein Zuhause zu nennen.

Es ist das Gefühl, das aufkommt wenn ich barfuß zur Laundry laufe. Der warme Fahrtwind, den ich spüre, wenn ich auf dem Roller sitze oder die Faszination, die ich verspüre, wenn ich in Uluwatu an der Klippe stehe und die Unendlichkeit des Meeres bestaune. Es ist das Gefühl, das wahre Leben zu erkennen. Momente, in denen ich nicht mein Handy bei mir hatte, sondern im strömenden Regen surfen war oder die Zeit vergaß und mein Buch an einem einzigen Tag durchgelesen habe.

Wir denken, wir haben so viel, und die Menschen hier so wenig. Dabei ist es genau umgekehrt, schaut man einmal genauer hin. Wir haben vielleicht einen Überfluss an materiellen Dingen, der uns Fortschritt und Weiterbildung verspricht, dennoch sollten diese Dinge nicht Priorität in unserem Leben haben. Wir sollten den Fokus auf etwas anderes setzen, auf das Leben. Die Menschen in Indonesien haben mich gelehrt, wie wichtig es ist, jeden einzelnen Tag viel mehr zu schätzen und zu leben, da der kommende nicht versprochen ist. Familien schlafen in einem winzigen Raum und waschen sich in schmutzigem Wasser. Sie leben von unserem monatlichen Hartz IV-Einkommen ein ganzes Jahr. Aber ich behaupte, sie haben ein glücklicheres Leben als so mancher westlicher Topverdiener. Ich meine nicht, dass es gut ist so von so wenig zu leben. Ich finde es natürlich nicht in Ordnung, dass in der heutigen Zeit solche Lebensumstände noch sein müssen. 

Bali verändert sich

Auf Bali fällt das extrem auf, da es eben neben den Menschen, die am Existenzminimum leben eine krasse Oberschicht gibt, welche zum größten Teil von Ausländern geprägt ist und die in verbarrikadierten Villen residiert. Hierzu gehören auch Unmengen an Touristen, die sich den unzähligen Luxusresorts einnisten.

Doch Bali verändert sich gerade: Müllabfuhr und Strandsäuberungskampagnen sind nur Beispiele.

Mein Bali, ist ein realistisches Bali. Ich sehe viele Probleme und viel Chaos. Doch ich sehe auch das Paradies, indem ich gerade bin.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.